Selbstverständnis

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PLURALITÄT prägt heute die europäischen Gesellschaften. Das hat Auswirkungen auf ihr Selbstverständnis, das von politischen Vorstellungen bis zu öffentlichen Formen der Erinnerung reicht. Die CPPD möchte diese Erinnerungskulturen neu denken und Strategien und Visionen für pluralistisches Erinnern entwickeln. Dafür lädt sie Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen zur Mitarbeit ein.

ERINNERUNGSKULTUR IST DYNAMISCH. Sie verändert sich mit der Zeit, mit neuen gesellschaftlichen und politischen Konstellationen, vor allem aber mit den Träger*innen von Erinnerung. Institutionen, Communities und Individuen tragen zu dieser Dynamik bei. Wer sich wann, wo und wie erinnert und wessen Erinnern sichtbar gemacht wird, zum Beispiel durch staatliche Förderung, durch Ausstellungen, Denkmale oder Gedenktage, trägt entscheidend dazu bei, wie sich eine Gesellschaft selbst erzählt, wer dazugehört zu ihrem Wir. Die CPPD hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Wir kritisch zu betrachten und zu der pluralistischen Erweiterung des Begriffs durch seine Arbeit beizutragen.

ERINNERUNGSKULTUR IST POLITISCH. Sie enthält eine Deutung von Geschichte, eine Interpretation von Gegenwart, Visionen von Zukunft sowie Identitätsangebote. Erinnerungskultur macht bestimmte Gruppen und ihre Perspektiven sichtbar und schließt damit andere Gruppen und Sichtweisen aus. Darum nutzen Populist*innen Erinnerungskulturen, um ihre Vorstellung von Gegenwart und Zukunft historisch zu untermauern – von der Erfindung eines jüdisch-christlichen Abendlandes bis zur Infragestellung der Erinnerung an die Shoah.

ANERKENNUNG, SICHTBARMACHUNG, STÄRKUNG. Zentral für die Entwicklung von Erinnerungskulturen sind die Anerkennung, Sichtbarmachung und Stärkung der Vielfalt europäischer Erinnerungsmomente. Dazu gehört unbedingt das Ernstnehmen ihrer Träger*innen, die mit ihren Erinnerungen an Flucht, Vertreibung, Gewalt, Entmündigung und Überleben die europäische Gesellschaft prägen. Die CPPD steht somit auch für eine Wende von einer identitätspolitischen und monokulturell ausgerichteten Erinnerungskultur hin zur Anerkennung pluraler europäischer Gesellschaften und vielfältiger Erinnerungskulturen.