






















Das Dynamic Memory Lab ist das zentrale innovative Ausstellungsformat der CPPD und wurde seit 2023 als eigenständiger Programmbereich etabliert. Es begreift Erinnerungskultur als lebendigen, wandelbaren Prozess und reagiert auf die Dynamik und spezifischen Bedarfe zeitgenössischer Erinnerungskulturen im 21. Jahrhundert.
In variierenden Kooperationen erarbeitet die CPPD mit dem Dynamic Memory Lab ein temporäres Ausstellungsmodul, das verschiedene Dimensionen pluraler Erinnerungskulturen sichtbar macht. Einem offenen Laborcharakter folgend entwickelt das Dynamic Memory Lab seine Inhalte explorativ und reagiert als räumliche Intervention auf die Dynamik von Erinnerungskulturen. Das Projekt ist prozessgeleitet, erweiterbar, veränderbar – wie Erinnerung selbst. Es schafft einen Ort der Vermittlung und Anerkennung individueller Geschichten und historischer Ereignisse, die im erinnerungspolitischen Diskurs oft zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Das modulare Raumsystem wurde von Architekt Jan Bodenstein konzipiert und von Produktdesigner Yair Kira gestaltet.
Das Dynamic Memory Lab »Nước Đức« nimmt die vietnamesisch-deutsche Migrationsgeschichte in den Blick und geht der Frage nach, wie Geschichte erinnert und erzählt – oder auch verdrängt und verschwiegen wird.
Im Fokus der Ausstellung stehen Erinnerungen und Erfahrungen der vietdeutschen Community, die sich über mehrere Jahrzehnte zwischen Flucht und Vertragsarbeit, zwischen Nord- und Südvietnam und Ost- und Westdeutschland, zwischen Gewaltgeschichte und Selbstermächtigung bewegen und überkreuzen.
Kuratiert von Dan Thy Nguyen und Nina Reiprich, schafft das Dynamic Memory Lab »Nước Đức« einen Raum für Erfahrungen, die selten im Zusammenhang oder im gegenseitigen Bezug zueinander betrachtet werden, obwohl sie eng miteinander verwoben sind. Zusammen bilden sie ein erinnerungskulturelles Spannungsfeld, das sämtliche politische und gesellschaftliche Himmelsrichtungen des Kalten Krieges und der Nachwendezeit umfasst – wie ein Kompass, der ideologische Brüche ebenso sichtbar macht wie biografische Verflechtungen.
Die Kurator*innen versammeln Beiträge von Künstler*innen und Aktivist*innen der 2. Generation vietdeutscher Einwanderer*innen, die sich der vietnamesisch-deutsche Migrationsgeschichte multiperspektivisch widmen. Sie laden ein und fordern dazu auf, diese als Teil unserer gemeinsamen Geschichte zu verstehen, die Grenzen in Erinnerungsdiskursen zu hinterfragen, Erinnerung als Funktion unserer Gesellschaft zu stärken.
In künstlerischen Auseinandersetzungen, persönlichen Texten und Interviewsequenzen spüren sie denkomplexen Erfahrungen der vietdeutschen Communities nach und legen dabei Widersprüche, Brüche und Leerstellen offen. Diese Erfahrungen werden als gegenseitiger Bezugsraum erzählt: Als Erinnerungen einer pluralen Community – und als Erinnerungen einer pluralen Gesellschaft. Es sind keine linearen Erzählungen, sondern ein Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven. Dabei stellt sie zentrale Fragen: Wer wird gehört? Welche Erinnerungen erhalten Raum? Und was bleibt im Schatten? Und wie kann eine gemeinsame multiperspektivische Geschichte erzählt werden? Das Dynamic Memory Lab »Nước Đức« eröffnet einen Raum für neue, vielschichtige Formen des gemeinsamen Erinnerns.
Das Dynamic Memory Lab »Nước Đức« wurde am 20. September 2025 in Rostock im Rahmen des heimaten Festivals und in Kooperation mit dem Volkstheater Rostock eröffnet und ist derzeit im Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex in Chemnitz zu sehen.
Mit Beiträgen von Khanh Nguyen, KI Bui, Minh Duc Pham, Nhi Le und Weiteren.
Das Booklet zum Dynamic Memory Lab »Nước Đức«:
>Download vietnamesisches Booklet
>Download Booklet in Einfacher Sprache (Deutsch)
Das Dynamic Memory Lab »Cycles of Decolonisation« ist eine immersive und interaktive Ausstellung, die Besucher*innen dazu einlädt, sich mit der europäischen Kolonialgeschichte und aktuellen dekolonialen Prozessen auseinanderzusetzen. Die Ausstellung thematisiert fortwirkende Strukturen der Entmenschlichung und rückt das Menschliche in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Kuratiert von Cátia Severino und André Soares, vereint »Cycles of Decolonisation« Beiträge europäischer Künstler*innen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen der CPPD. Anhand des Beispiels von Lieferfahrer*innen zeigt die Ausstellung, wie koloniale Kontinuitäten bis in die Gegenwart wirken und Ausbeutungsmechanismen fortführen.
Mit Beiträgen von Clara Laila Abid Alsstar, Muhammet Ali Baş, Dekoloniale. Erinnerungskultur in der Stadt, Ibou Diop, Jonas Weber-Herrera, Eşim Karakuyu, Cássio Markowski, Dan Thy Nguyen, film.bau.berlin, the next now, Silentfilm und weiteren Künstler*innen aus dem CPPD-Netzwerk.
Unter der Kuration von Hamze Bytyçi, Theater- und Medienpädagoge und Vorsitzender von RomaTrial e. V., wurden »Codes of Memory aus den Roma*- und Sinti*-Communities« sichtbar, im Ausstellungskontext erinnert und rekonfiguriert. Durch das partizipative Design des Dynamic Memory Labs waren Besucher*innen als Träger*innen von Erinnerung dazu eingeladen, über eigene Codes of Memory zu reflektieren, zu erzählen und diese im Rahmen unserer pluralen Gesellschaften zu verorten.
Das erste Dynamic Memory Lab wurde in Kooperation mit RomaTrial e.V. am 2. August 2023 auf dem Gelände der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zum Thema „Codes of Memory in Sinti*- und Roma*-Communities“ eröffnet. Ausgangspunkt war der Internationale Tag des Gedenkens an den Genozid an Sinti und Roma.
Chemnitz
Dynamic Memory Lab Booth
8. – 23. Oktober 2025
Öffnungszeiten: Mi–So 10–17 Uhr, Do 11–17 Uhr
Offener Prozess – Ein Dokumentationszentrum
zum NSU-Komplex
Johannisplatz 8
09111 Chemnitz