Die Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD) steht für kuratorische Forschung, Erinnerungspraxis und partizipative Kulturarbeit mit internationalen Partner*innen. Die CPPD ist ein kollaboratives Netzwerk und eine produktive Plattform, das mit rund 100 Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Journalistinnen und Aktivistinnen arbeitet, die auf unterschiedlichste Weise zu pluralen Erinnerungskulturen forschen und arbeiten. Ziel des Netzwerks ist die Entwicklung und Etablierung einer pluralen europäischen Erinnerungskultur. Durch die Zusammensetzung der CPPD werden vielfältige aktivistische, wissenschaftliche und künstlerische Perspektiven von Erinnerungskulturen sichtbar und miteinander verbunden.
Im Zentrum steht die Überzeugung, dass, wer Gegenwart und Zukunft im Sinne der Pluralität von Gesellschaften gestalten will, Vergangenheit neu erzählen muss. Vernetzt werden dabei u. a. die erinnerungspolitischen Anliegen von **Sintizze und Romnja** und zahlreicher weiterer Communities, plural-jüdische, postkoloniale und rassismuskritische Diskurse sowie migrantisch-diasporische und queer-feministische Perspektiven.
Die CPPD setzt verschiedene Veranstaltungsformate und Interventionen um – Paneldiskussionen, Lesungen, Workshops, Konferenzen etc. –, unterstützt im Rahmen von Micro-Grants erinnerungspolitische Projekte ihrer Mitglieder und berät Institutionen in Deutschland und Europa bei der zeitgemäßen Aktualisierung ihrer Erinnerungskulturen. Sie stellt Verbindungen zu relevanten Akteur*innen der Erinnerungspolitik her und knüpft an die Errungenschaften zivilgesellschaftlicher Arbeit in Deutschland und Europa an.
Die CPPD agiert heute in einem Netzwerk aus über 250 Initiativen, Institutionen und Organisationen. Künstlerischer Kurator der CPPD ist der Lyriker und Publizist Dr. Max Czollek; Johanna Korneli und Jo Frank leiten das Programm.
Die Erinnerungskultur in Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Migration, neue mediale Öffentlichkeiten, der Aufstieg populistischer Bewegungen und die fortdauernde Auseinandersetzung mit Kolonialismus und Rassismus fordern tradierte Narrative heraus und verlangen nach einer pluraleren, inklusiveren und zukunftsorientierten Perspektive auf Geschichte.
Die CPPD begegnet diesen Herausforderungen seit ihrer Gründung im Jahr 2021 mit einem innovativen Ansatz: Als kollaboratives Netzwerk schafft sie Räume, in denen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen gemeinsam daran arbeiten, wie Erinnerung heute gestaltet werden kann, um gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern und demokratische Werte zu stärken.
Die Arbeit der CPPD basiert auf einer zentralen Überzeugung: Erinnerungskultur in Deutschland muss immer das Ziel haben, die Wirkung der Gewaltgeschichte Deutschlands dynamisch zu erfassen und weiterzuvermitteln. Im Zentrum dieser Geschichte steht die Shoah. Wer Erinnerung an die Shoah lebendig halten möchte, muss in der Arbeit der Erinnerungskultur die Realität der deutschen Gesellschaft im Blick halten, damit Erinnerung nicht zur leeren Hülle verkommt. Erinnerung als Stärkung der Demokratie bedeutet, Zugänge zur Erinnerungskultur zu schaffen, die einerseits ermöglichen, das Erinnern verschiedenster Communities in Deutschland sichtbar zu machen, gleichzeitig aber auch Anknüpfungspunkte an die Shoah-Erinnerung zu schaffen.