CPPD | Microgrant-Förderung

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Microgrants 2026

Voids and Voices

Dina Wyler
Mai bis November 2026, Zürich

Der Microgrant unterstützte die Durchführung des Workshops „Voids and Voices“, der sich an Menschen der dritten und vierten Generation von Holocaustüberlebenden richtete. Das Projekt setzte sich mit familiären Leerstellen, transgenerationalen Erinnerungen und biografischen Brüchen auseinander und schuf einen Raum für den gemeinsamen Austausch über die Weitergabe von Erinnerung. Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie Erfahrungen früherer Generationen bis heute nachwirken, welche familiären Narrative die Nachkommen prägen und wie mit nur fragmentarisch überlieferten Erfahrungen umgegangen werden kann. Durch kreative und partizipative Methoden entwickelten die Teilnehmer*innen individuelle Zugänge zu ihren Familiengeschichten und eine persönliche Sprache für das oft Unsagbare. Zugleich stärkte das Projekt die Vernetzung der dritten und vierten Generation und machte ihre Perspektiven als Teil einer lebendigen, zeitgemässen Erinnerungskultur sichtbar.

Projektbeteiligte: Dina Wyler (Politikwissenschaftlerin, Projektleiterin), Anna Fersztand (Anthropologin, Filmemacherin).

The place to be – Ein Film

Thao Tran
Mai bis November 2026, Berlin

Der Film „the place to be“ ist eine dokumentarische Annäherung an postsowjetisch-jüdische Diaspora in Deutschland. Er erzählt von transnationaler Erinnerung, sowjetisch-jüdischer Familiengeschichte und der Weitergabe von Erfahrungen über Generationen und Ländergrenzen hinweg. Ein Screening mit den Filmemacher*innen und Protagonist*innen findet im Herbst 2026 in Berlin statt. Informationen dazu folgen.

Projektbeteiligt: Thao Tran (Medienwissenschaftlerin), Anna Schapiro (Autorin), Natalia Sinelnikova (Regisseurin).

Plurale Erinnerung – Unbequeme Erinnerung?

Tobias Herzberg
April bis Juni 2026, Wien

Der Microgrant unterstützte die Durchführung der Veranstaltung „Plurale Erinnerung – unbequeme Erinnerung?“, die sich mit der Frage beschäftigte, wie unterschiedliche Erinnerungsperspektiven sichtbar gemacht und produktiv miteinander in Beziehung gesetzt werden können. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit pluraler Erinnerungskultur und ihrem Potenzial, gegenwärtige Formen von Rassismus, Antisemitismus und gesellschaftlicher Ausgrenzung im europäischen Kontext zu verstehen. Die Veranstaltung brachte Akteur*innen aus Bildung, Kunst und Zivilgesellschaft zusammen und schuf einen Raum für den Austausch über konkurrierende Erinnerungen, gesellschaftliche Konflikte und neue Zugänge zu einer pluralen Erinnerungskultur.

Projektbeteiligte: Verein GEDENKDIENST, Tobias Herzberg, Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der Akademie der bildenden Künste Wien.

Breathing Spaces – Filmische Essays zu Erinnerung, Macht und Gegenwart

Michael Podgorac
April bis November 2026, Wien

Kelly Laubinger: Ein Resilienz-Rezept

Nina Prader
Juni bis November 2026

Der Microgrant unterstützte das künstlerische Publikationsprojekt „Kelly Laubinger: Ein Resilienz-Rezept“ der Künstlerin Nina Prader, das auf einer Forschungsreise zu Kelly Laubinger, Geschäftsführerin der Sinti Union Schleswig-Holstein e.V., in Neumünster basiert. In Interviews, Gesprächen und gemeinsamen Besuchen von Erinnerungsorten setzte sich Nina mit Kellys persönlicher Geschichte, ihrer aktivistischen Arbeit und lokalen Perspektiven auf die Verfolgung und Erinnerung von Sinti* und Roma* auseinander. Auf Grundlage von Interviewmaterial, Fotografien, Archivmaterialien und Notizen entstanden 56 handgezeichnete Aquarell- und Tuschearbeiten, die in enger Abstimmung mit Kelly zu einer künstlerischen Publikation zusammengeführt wurden. Die Publikation vermittelt Kellys Person und Arbeit auf zugängliche und künstlerische Weise und verbindet individuelle Erfahrungen mit Fragen nach Erinnerung, Widerstandsfähigkeit und gesellschaftlichem Engagement.

Projektbeteiligte: Nina Prader (Künstlerin), Kelly Laubinger (Aktivistin, Sinti Union Schleswig-Holstein)

Microgrants 2025

Eine Kartoffel kommt nie allein. Bemerkungen zu Europas kulturellem Erbe und einer anderen Erinnerung

Swantje Lichtenstein
15. September – 15. Dezember 2025, Deutschland/Bolivien

Der Microgrant unterstützte die Entwicklung eines Publikationsprojekts zum Gegenstand der Kartoffel als Material von Erinnerung, ökonomischer Beziehung und sozialer Organisation. Ausgehend vom bolivianischen Kontext stellte das Projekt Verbindungen zu europäischen Debatten über kulturelles Erbe, Wissensvermittlung und gesellschaftliche Konzepte her. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Geschichte, Identität und kollektives Wissen anhand eines alltäglichen Nahrungsmittels erzählen und neu denken lassen. Im Rahmen der Microgrant-Förderung entstand ein erster Bestand an Texten und visuellen Materialien, der die Grundlage für eine gemeinsame Publikation im Kontext der CPPD bildet.

Projektbeteiligte: Swantje Lichtenstein (Autorin und Projektleitung), Claudia Pacheco Araoz (Autorin und Kuratorin).

Performative Gesprächsreihe: Situation Room – Collecting Memories of the Not-Yet

Muhammet Ali Bas
1. September – 1. November 2025, Hamburg

Der Microgrant ermöglichte die Entwicklung und Durchführung des Projekts „Situation Room – Collecting Memories of the Not-Yet“ im Rahmen des fluctoplasma Festivals in Hamburg. Das performative Gesprächsformat verbindet Erinnerungskultur mit Zukunftsimagination und lädt Künstler*innen, Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und das Publikum dazu ein, sich gemeinsam an eine noch nicht eingetretene Zukunft zu erinnern. Durch das Erzählen fiktiver, aber plausibler Zukunftserinnerungen eröffnet das Projekt neue Denk- und Handlungsräume für die Gegenwart und versteht Erinnerung als politisches Werkzeug zur Gestaltung einer demokratischen und pluralen Gesellschaft. Die entstehenden Zukunftserinnerungen werden dokumentiert und als wachsendes Archiv für weitere künstlerische und bildungspolitische Projekte gesichert.

Projektbeteiligte: Muhammet Ali Baş (Künstler und Projektleitung), Dan Thy Nguyen (Kurator des fluctoplasma Festivals), Herbert Justnik (Kurator Volkskundemuseum Wien).

Erinnerungen – eine Collage

Tayfun Guttstadt
15. September – 11. Dezember 2025, Berlin

Der Microgrant unterstützte die Realisierung einer digitalen Audio-Collage, die verdrängte Erinnerungen und Migrationserfahrungen in Europa hörbar macht. Aus Texten von Gilda Sahebi, Marko Dinić, Eşim Karakuyu, Senthuran Varatharajah und Lin Hierse sowie einer musikalischen Komposition von Tayfun Guttstadt entstand ein vielstimmiges Album, das persönliche und kollektive Erinnerungen miteinander verbindet. Die Collage erzählt von Flucht, Migration, familiären Traumata und transnationalen Lebensrealitäten und fragt danach, wessen Geschichten Teil des gesellschaftlichen Gedächtnisses werden und wem zugehört wird. Das Projekt macht sichtbar, wie vermeintlich ferne Geschichten längst den Alltag europäischer Gesellschaften prägen. Die Erzählungen erscheinen als digital streambares Album, dessen Streaming-Erlöse an die Initiative 19. Februar gespendet werden.

Projektbeteiligte: Gilda Sahebi (Autorin), Marko Dinić (Autor), Eşim Karakuyu (Autorin), Senthuran Varatharajah (Autor), Lin Hierse (Autorin), Tayfun Guttstadt (Musiker und Komponist).

SUPERZART* GEGEN DAS PATRIARCHAT: „Zeitenwende“

Insina Lüschen
1.–31. Dezember 2025, Hamburg

Der Microgrant unterstützte die Realisierung der Lecture Performance „Zeitenwende“ im Rahmen des SUPERZART* Festivals in Hamburg. Das Projekt setzte sich mit den Verflechtungen von Männlichkeit, Gewalt, Militarisierung und Erinnerungskultur auseinander und fragte nach den gesellschaftlichen Narrativen, die aktuelle politische Entwicklungen ermöglichen und begleiten. Ausgehend von historischen und gegenwärtigen Formen von Gewalt untersuchten Fikri Anıl Altıntaş und Katharina Wisotzki die Spannungen zwischen dem erinnerungspolitischen Anspruch eines „Nie wieder“ und aktuellen gesellschaftlichen Tendenzen. Die Lecture Performance verband künstlerische, politische und persönliche Perspektiven und eröffnete einen Raum für die kritische Auseinandersetzung mit Antifeminismus, rechter Ideologie und demokratischer Verantwortung.

Projektbeteiligte: Fikri Anıl Altıntaş (Autor und #HeForShe-Botschafter), Katharina Wisotzki (Festivalmacherin und Social Justice & Radical Diversity Trainerin), Micha Krause (Festivalleitung SUPERZART* Festival), Insina Lüschen (Projektleitung).

Erinnern an Srebrenica

Projektverantwortliches CPPD-Mitglied: Dan Thy Nguyễn
24. Oktober 2025, Hamburg

Der Microgrant unterstützte die Realisierung des performativen Formats „echo 92“ im Rahmen des fluctoplasma Festivals 2025 im Theater Heizluftkeller Hamburg. Das Projekt setzte sich mit dem Genozid an den Bosniak*innen und dessen marginaler Verankerung in der europäischen Erinnerungskultur auseinander. Ausgehend von einer Keynote der Journalistin Melina Borčak sowie literarischen Texten aus der bosnischen Diaspora verband die Performance persönliche Erinnerungen an Krieg, Flucht und Exil mit einer kritischen Auseinandersetzung über kollektives Erinnern, Verantwortung und Zugehörigkeit. Durch die Verbindung von szenischer Lesung, Musik und visuellen Elementen entstand eine multiperspektivische Erzählung, die individuelle Biografien mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen verknüpfte.

Projektbeteiligte: Melina Borčak (Journalistin und Autorin), die Autor*innen und Mitwirkenden von echo 92, fluctoplasma Festival, Theater Heizluftkeller Hamburg.

Exodus

Atalya Laufer
15. August – 30. November 2025, Berlin

Der Microgrant unterstützte die Realisierung der Publikation zum Werkzyklus „Permanent Live“, die erstmals die verschiedenen Installationen des Projekts in einer gemeinsamen Veröffentlichung zusammenführt. Ergänzt durch Beiträge von Nora Sternfeld, Stephanie Kloss, Eleonora Frolov und Julia Heunemann eröffnet die Publikation vertiefende Perspektiven auf die künstlerischen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen des Werkzyklus. Sie dokumentiert die installativen Arbeiten und erweitert sie um theoretische und kuratorische Reflexionen, die den Dialog zwischen Kunst, Erinnerung und gesellschaftlicher Auseinandersetzung fortführen.

Projektbeteiligte: Nora Sternfeld (Autorin), Stephanie Kloss (Autorin), Eleonora Frolov (Autorin), Julia Heunemann (Autorin).

Gedenkveranstaltung: Möllner Rede im Exil

Ibrahim Arslan
8.–30. November 2025, München

Der Microgrant unterstützte die Durchführung der Möllner Rede im Exil 2025 im Münchner Volkstheater. Die von Angehörigen und Überlebenden des rassistischen Brandanschlags von Mölln entwickelte Veranstaltungsreihe steht für eine selbstbestimmte Form des Erinnerns und rückt die Perspektiven von Betroffenen rassistischer Gewalt in den Mittelpunkt. Die Möllner Rede im Exil versteht sich als Gegenentwurf zu offiziellen Gedenkformaten und schafft Raum für die Erfahrungen, Forderungen und Stimmen von Überlebenden und Angehörigen. Im Jahr 2025 sprachen die Schriftstellerin Deborah Feldmann und die Journalistin Alena Jabarine über Erinnerung, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Projektbeteiligte: Kutlu Yurtseven (Sozialarbeiter, Musiker, Schauspieler und Aktivist), Chana Dischereit (Forscherin und Referentin für Bildung, Presse, Kultur und Wissenschaft), Deborah Feldmann (Schriftstellerin), Alena Jabarine (Journalistin).

Jew Where

Luciano Waldman
15. August – 30. November 2025, Lissabon

Der Microgrant unterstützte die Weiterentwicklung der Initiative „Jew Where“, einer interaktiven Plattform zur Kartografierung und Dokumentation jüdischen Lebens und Erbes. Das Projekt macht Orte, Objekte, Geschichten und Erinnerungen sichtbar, die häufig im öffentlichen Bewusstsein fehlen, und schafft eine digitale Wissensbasis, die individuelle, familiäre und institutionelle Perspektiven zusammenführt. Durch die Sammlung von Fotos, Dokumenten, Forschungsergebnissen, lokalen Traditionen und persönlichen Erinnerungen entsteht ein vielschichtiges Bild jüdischer Geschichte und Gegenwart. Die Plattform lädt Menschen weltweit dazu ein, eigene Beiträge einzubringen und gemeinsam eine frei zugängliche, lebendige Erinnerungskultur zu gestalten.

Projektbeteiligte: Luciano Waldman (Historiker).

Mapping Keupstraße

Ulf Aminde
10. Dezember 2025, Köln

Der Microgrant unterstützte die Entwicklung der offiziellen Begleittexte für das antirassistische Mahnmal an der Keupstraße. Im Rahmen des Projekts entstanden ein ausführlicher Einführungstext sowie Begleittexte zu den multimedialen Video- und Mappingformaten des Projekts „#Mapping_Keupstraße“, die Besucher*innen durch den Erinnerungsort führen. Die Texte vermitteln die politischen und historischen Hintergründe des NSU-Nagelbombenanschlags, machen die Perspektiven der Betroffenen sichtbar und ordnen die kartografischen Videoarbeiten in einen erinnerungspolitischen Kontext ein. Alle Inhalte wurden auf Deutsch verfasst und ins Englische sowie Türkische übersetzt, um den Erinnerungsort mehrsprachig und barriereärmer zugänglich zu machen.

Projektbeteiligte: Ulf Aminde (Künstler und Filmemacher).

Atemräume

Michael Podgorac
1. August–30. November 2025, Wien

Der Microgrant unterstützte die Realisierung der filmischen Essayreihe „Atemräume“, die literarische Texte zu pluraler Erinnerung in poetisch-dokumentarische Kurzfilme übersetzt. Das Projekt verbindet Sprache, Körper und Klang zu vielschichtigen Bildern des Erinnerns und eröffnet neue Zugänge zu Gewaltgeschichte, Migration und Heilung. Ausgehend von Texten und Performances von Barbi Marković, Marko Marković, Belinda Kazeem-Kamiński und Frida Robles entstehen filmische Reflexionen, die persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Fragen von Erinnerung und Zugehörigkeit verknüpfen. Produziert wurde die Reihe von der Initiative „Erinnern in Zukunft“ der Brunnenpassage Wien.

Projektbeteiligte: Mikal Maldoror (Regisseur), Barbi Marković (Autorin und Performerin), Marko Marković (Autor und Performer), Belinda Kazeem-Kamiński (Autorin und Performerin), Frida Robles (Autorin und Performerin), Initiative „Erinnern in Zukunft“ der Brunnenpassage Wien.

Dynamic Memory Lab »Codes of Memory in Sinti*- und Roma* Communities« in der spanischen „gitano“-Community

600. Jahrestag der Ankunft der „gitanos“ in Spanien

Samuel Escudero León
18. Januar 2025, Madrid

Der Microgrant unterstützte die Erweiterung des Dynamic Memory Lab um erinnerungskulturelle Perspektiven der Sinti* und Roma* („Gitanos“) in Spanien. Anlässlich des 600. Jahrestags der Ankunft des Pueblo Gitano auf der iberischen Halbinsel entstand in Kooperation mit dem Goethe-Institut Madrid ein partizipatives Veranstaltungsformat, das persönliche Erinnerungen, Objekte und Geschichten der Community zusammenführte. Ergänzt durch ein künstlerisches Programm mit Musik, Film und gemeinsamem Essen schuf das Projekt einen Raum für Austausch über Geschichte, kulturelles Erbe und die vielfältigen Beiträge der Roma*-Community zur spanischen Gesellschaft.

Projektbeteiligte: Samuel Escudero León (CPPD-Mitglied), Celia Montoya, Goethe-Institut Madrid, La Fragua Projects.

Microgrants 2024

Netzwerkarbeit und Förderantragsstellung: The Glasgow-Berlin Summer Institute – A Transnational Knowledge Exchange on Colonial Urban Modernity, Memory Culture and Anti-Racism

Anna Yeboah
16. – 19. Juli 2024, Berlin

Der CPPD Micro-Grant unterstützte die Entwicklung eines langfristigen Wissensaustauschprojektes mit dem Titel „The Glasgow-Berlin Summer Institute on European Urbanism: Colonial Modernity, Memory Culture and Anti-Racism“. Das Sommerinstitut, ein 10-tägiges Bildungsformat und eine Aktionsplattform für circa 20 Künstler*innen, Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen, politische Entscheidungsträger*innen und Journalist*innen, soll im jährlichen Turnus abwechselnd in Glasgow und Berlin stattfinden.

Projektbeteiligte: Dr. Ibou Diop, Dr. Noa Ha (wissenschaftliche Geschäftsführerin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), Dr. Giovanni Picker (Glasgow Project Leiter, Jun. Professur, Sociologie, University of Glasgow), Nelson Cummins (Kurator, Glasgow Museums – Projektleiter von „Legacies of Slavery and Empire“)
Amy Rich (Project Manager, CRER – Coalition for Racial Rights and Equality, Glasgow), Graham Campbell (Stadtrat, Vorsitzender der Glasgow City Council Slavery Working Group)

Kunstinstellation: Frohes Neues Jahr

Jelena Jeremejewa
15. März. – 31. Dezember 2024, Berlin

Die Arbeit „Frohes Neues Jahr“ im Museum Berlin-Karlshorst ist eine frei begehbare, hexagonförmige „ZeitKapsel“, bestehend aus 18 über- und untereinander aufgebauten HD-Monitoren. Auf diesen sind in Dauerschleife Neujahrsansprachen von Regierungschefs aus Sowjetunion, Ukraine, Russland und Deutschland der letzten 43 Jahre zu sehen und zu hören. Die Arbeit thematisiert ein Auseinanderbrechen der vertrauten historischen Narrative und Erinnerungspolitiken zum Zweiten Weltkrieg. Seit dem zweiten Überfall auf die Ukraine ist die Notwendigkeit, sich mit den mitunter divergierenden und nationalen Erinnerungspolitiken zum Zweiten Weltkrieg, ihren widersprüchlichen Vor- und Nachgeschichten zu befassen, dringender denn je. Das zentrale Ziel der Installation ist, die hohle Eloquenz der politischen Ansprache in die Ebene der Körperlichkeit zu überführen und zunächst die Konkurrenz der Interessen, das Wetteifern um Legitimität und die Dringlichkeit für den*die Betrachter*in physisch erlebbar zu machen.

Workshops und Mentoringprogramm: Bridge Burners Accelerator

Melina Borčak
11. September – 30. November 2024, Phase 3, Berlin und deutschlandweit

Das mehrjährige Projekt bildet junge Menschen aus verschiedenen Communities zu Newsfluencer*innen und Journalist*innen aus, Reichweite und Öffentlichkeit für relevante, aber vernachlässigte politische und gesellschaftliche Themen zu generieren. Der CPPD Micro-Grant ermöglichte die Umsetzung der dritten Projektphase, in der ein Kick-off Workshop sowie drei weitere Workshops für die Teilnehmenden stattfanden. Den Teilnehmenden wurde so Basiswissen zu den Themen „Panel- und Interviewtraining“, „Tik Tok als Mittel zur Erinnerungskultur“ sowie „Erinnerungsarbeit in sozialen Medien“ vermittelt. Durch die Schärfung des Medienbewusstseins und das Erlernen von Tools zum Umgang mit Geschichte in journalistischen Kontexten trug das Projekt zur Pluralisierung von Erinnerungskultur in Deutschland und darüber hinaus bei.

Projektbeteiligte: Kim Ly (Workshopleiterin, Qualifikation: Host eines TikTok Formats von RTL, Journalistin), Emily Laquer (Workshopleiterin, Gründerin der Aktivisten-Agentur), Denise Brechbühl-Diaz (Social Media Unterstützung, Qualifikation: Sprachkenntnisse (Deutsch, Englisch, Spanisch), Erfahrung in Social Media Management)

Öffentliche Veranstaltung, Panels: Eine Nacht der Trauer

Hamze Bytyçi
15. August – 30. Oktober 2024, Berlin

Am 7. Oktober 2024 lud der Grüne Salon zu einer besonderen Veranstaltung ein, die unter dem Titel »Gegenwart Erinnern: Eine Nacht der Trauer« stattfand. Anlässlich der Terroranschläge, die am 7. Oktober 2023 von der Hamas in Israel verübt wurden, und des darauf folgenden Krieges in Gaza, richtete sich der Fokus der Veranstaltung auf das komplexe wie ambivalente Thema Trauer. Trauer wurde in dieser Nacht in ihrer Vielschichtigkeit und Multidimensionalität betrachtet: als kulturelles Phänomen, das kollektives Erinnern, Gedächtnis und Identitäten prägt, und als individuelle, tiefgreifende Emotion. Ziel der Veranstaltung war es, ein gemeinsames Verstehen von den komplexen Verflechtungen und Facetten von Trauer zu erreichen. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie Gesellschaften trauern und ob kollektive Trauer angesichts von Konflikten und Polarisierung eine vereinigende Kraft sein kann.

Referent*innen, Künstler*innen und weitere Projektbeteiligte: Max Czollek, Ahmad Dakhnous, Shai Hoffmann, Atalya Laufer, Hannan Salamat, Samuel Stern, Hadija Harouna-Oelker, Ariel Reichmann, Furkan Yüksel und Weitere.

Lyrischer Kurzfilm: Februarsturm

Ozan Zakariya Keskinkılıç

1. Oktober – 30. Dezember 2024, Berlin

Das Projekt „Februarsturm“ widmet sich dem Gedenken an die Opfer des rassistischen Terroranschlags von Hanau am 19. Februar 2020. Basierend auf dem gleichnamigen Gedicht „februarsturm“ von Ozan Zakariya Keskinkılıç wurde ein lyrischer Kurzfilm gedreht, der performative, lyrische, musikalische und filmische Künste miteinander zusammenbringt, um eine breite Öffentlichkeit über digitale Kanäle zu erreichen, das Gedenken an Hanau künstlerisch zu verarbeiten und empowernde Auseinandersetzungen rund um Solidarität, Widerstand und Erinnerung zu stärken. Das Projekt leistete einen künstlerischen, ästhetischen Beitrag zur pluralistischen Erinnerungskultur, indem interdisziplinär gearbeitet und Lyrik, Musik und Film miteinander in Dialog gebracht wurden. Der Kurzfilm kann hier gesehen werden.

Projektbeteiligte: Ozan Zakariya Keskinkılıç, Tayfun Guttstadt, Kamil Bahtijar

Veranstaltung: Möllner Rede im Exil in Mannheim/Nationaltheater

Ibrahim Arslan
16.– 30. Dezember 2024, Mannheim

Die Möllner Rede im Exil ist eine Gedenkveranstaltung, die in kritischer Auseinandersetzung mit dem offiziellen Gedenken der Stadt Mölln an den Brandanschlag vom 23. November 1992 in Mölln erinnert. Sie findet seit 2013 in unterschiedlichen Städten statt. Beim Mordanschlag von Mölln kamen die zehn- und 14-jährigen Mädchen Yeliz Arslan und Ayşe Yılmaz sowie ihre 51-jährige Großmutter Bahide Arslan zu Tode. Ibrahim Arslan, zum damaligen Zeitpunkt sieben Jahre alt, überlebte. Arslan kritisierte die Stadt Mölln, bei dem Gedenken den Stimmen der Opfer nicht ausreichend Gehör zu geben. Sein Anliegen ist es, beim Erinnern und Gedenken die Perspektive der Opfer von rechtsextremen und rassistischen Anschlägen in den Mittelpunkt zu stellen. Aus diesem Grund findet die Rede seit 2013 im Exil, jedes Jahr in einer durch Familie und Freund*Innen gewünschten Stadt, im Jahr 2024 in Mannheim, statt. Die Rednerin 2024 war die Autorin, Journalistin, Aktivistin und Speakerin Şeyda Kurt.

Referent*innen, Redner*innen und weitere Beteiligte: Şeyda Kurt, Kutlu Yurtseven (Planung und Organisation der Veranstaltung und Betreuung der Familie Arslan, Sozialarbeiter und Vorstand von Lückenlos e.V., Musiker, Schauspieler und Aktivist), Nationaltheater Mannheim, Chana Dischereit (Forscherin, Referentin im Bereich Bildung, Presse, Kultur und Wissenschaft)

Microgrants 2023

Festival: İç İçe Festival für neue anatolische Musik München

Melissa Kolukisagil
1. Juli – 15. Oktober 2023, München

„İç İçe – Festival für neue anatolische Musik“ ist ein Festival für zeitgenössische anatolische Musik in Deutschland. Vom 13.-15. Juli 2023 fand eine Kleinversion des Berliner Festivals in München statt, die zahlreiche Musikacts, Workshops und Paneldiskussionen umfasste. İç İçe verankerte dabei Musik als Medium des kollektiven Gedächtnisses zur Vergegenwärtigung einer pluralistischen Erinnerungskultur in Deutschland und in ihren Veranstaltungsformaten.

Reportage: Wenn die Vergangenheit zur Gegenwart wird. Geschichten von Krimtataren, Roma und Juden aus der Ukraine, die in Deutschland Zuflucht fanden

Olesya Yaremchuk
1. Juli – 30. November 2023, Deutschland/ Ukraine

In literarischen Reportagen untersuchte Olesya Yaremchuk das Schicksal der Krimtatar*innen, Rom*nja und Jüdinnen*Juden der Ukraine auf, die in Deutschland Zuflucht gefunden haben.

Der Micro-Grant ermöglichte die Recherche und Konzeptionsphase sowie die journalistische Durchführung und Nachbereitung der Reportagen. Die Beiträge wurden in deutsch- und ukranischsprachigen Versionen verfasst und werden so das Bewusstsein der Leser*innen für Migrations- und Fluchtbewegungen in den besprochenen Kontexten schärfen können.

Veranstaltungen: Queer Jewish Futures/Fluctoplasma Festvial

Dan Thy Nguyen
1. September – 31. Oktober 2023, Hamburg

Im Rahmen des Fluctoplasma Festivals – Hamburgs Festival für Kunst, Diskurs und Diversität ermöglichte der Micro-Grant der CPPD die Realisierung von drei Veranstaltungsformaten. Diese umfassten die Lecture Performance „The Missing Book of Lillith & Judith“, die Veranstaltung „Unbehagen Produzieren – Perspektiven auf den intersektionalen Kulturbetrieb“ sowie einen Workshop zum Thema „Solidarität mit jüdischen Menschen in politischer Arbeit“. Die Veranstaltungen ergänzten das Festivalprogramm um intersektionale Perspektiven auf pluralistisches Erinnern und offenbarten dem Publikum konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Referent*innen und Künstler*innen: Clara Laila Abid Alsstar (Konzeptkünstlerin, CPPD), Felisha Maria Carenage (Künstlerin), Melissa Kolukisagil (Kuratorin, CPPD), Nina Prader (Künstlerin, CPPD), Quyen Vo (Journalistin), radikal_jüdisches Bildungskollektiv.

Workshopformat: Bridge Burners Accelerator

Melina Borčak
27. November – 31. Dezember 2023

Das mehrjährige Projekt bildet junge Menschen aus verschiedenen Communities zu Newsfluencer*innen und Journalist*innen aus, um Reichweite und Öffentlichkeit für relevante, aber vernachlässigte politische und gesellschaftliche Themen zu generieren. Der CPPD Micro-Grant ermöglichte die Umsetzung der ersten Projektphase. Durch die Schärfung des Medienbewusstseins und das Erlernen von Tools zum Umgang mit Geschichte in journalistischen Kontexten trägt das Projekt zur Pluralisierung von Erinnerungskultur in Deutschland und darüber hinaus bei.

Paneldiskussion: Zusammen für Frieden einstehen

Dinah Riese
21. November – 10. Dezember 2023, Berlin

„Standing Together“ ist eine jüdisch-palästinensische Graswurzelbewegung, die sich in Israel für Frieden und soziale Gerechtigkeit engagiert. Zwei Aktivist*innen wurden nach dem 7. Oktober und der darauffolgenden israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen nach Deutschland eingeladen. Die Referent*innen nahmen am 27. November 2023 an der Veranstaltung „Where there is struggle, there is hope“ im Grünen Salon der Volksbühne sowie am 6. Dezember 2023 an der Veranstaltung „Den anderen Weg suchen“ in der Rosa-Luxemburg-Stiftung als Panelist*innen teil. CPPD-Mitglieder und Netzwerkpartner*innen erhielten Möglichkeiten zur Vernetzung und Auseinandersetzung mit den Ereignissen in Folge des 7. Oktobers.

Referent*innen und Künstler*innen: Alon-Lee Green (Standing Together), Rula Daood (Standing Together), Dinah Riese (Journalistin, CPPD).

Paneldiskussion: „Unser Denkmal bleibt! (K)Eine Frage deutscher Verantwortung“

Hamze Bytyçi
1. – 31. Dezember 2023, Berlin

Mit dem Micro-Grant wurde die Veranstaltung „Unser Denkmal bleibt! (K)Eine Frage deutscher Verantwortung“ am 16. Dezember 2023 finanziert. Expert*innen diskutierten über den Plan des Berliner Senats und der Deutschen Bahn, eine neue S-Bahnlinie unter dem Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti* und Roma* Europas zu bauen. Sie erläuterten den aktuellen Planungsstand und die irreparablen Schäden am Denkmal, die dadurch entstehen würden, und stellten die für viele schmerzvolle Debatte in den Kontext der historischen Verantwortung Deutschlands. Die Veranstaltung wurde als Anlass zum Start einer Crowdfunding-Kampagne zum Erhalt des Denkmals genutzt.

Referent*innen und Künstler*innen: Hamze Bytyçi (RomaTrial e.V., CPPD), Leah Carola Czollek (Institut für Social Justice & Radical Diversity), Kelly Laubinger (Geschäftsführerin der Sinti Union Schleswig-Holstein, CPPD), Jana Mechelhof-Herezi (Stiftung Denkmal, Leitung des Bereichs Erinnerung an Sinti* und Roma*).

Paneldiskussion: Geschichten wiedererzählen. Krieg in Zeichen der Kunst

Marko Dinić
15. November – 12. Dezember 2023, Wien

Über den CPPD Micro-Grant wurde ein Panel am 12. Dezember 2023 finanziert, das die Rolle der zeitgenössischen Kunst und Literaturproduktion vor dem Hintergrund gegenwärtiger, aber auch vergangener Konflikte und Kriege untersuchte. Dabei lag der Fokus auf zwei künstlerischen Positionen aus den Sparten Performance, Fotografie, Literatur, Theater oder bildende Kunst, die sich in ihrem Werk dezidiert mit dem Thema Krieg auseinandersetzen. In einer dreistündigen Diskussion wurden die zwei Positionen einander gegenübergestellt, um die jeweiligen Ansätze in der Bewältigung eines solchen Themas zu durchleuchten. Das Panel sensibilisierte insbesondere für den Umgang mit Widersprüchlichkeiten, die in Kontexten der Erinnerung an Gewalt und Krieg auftreten und knüpfte an das Thema „Gegenwart erinnern“ an.

Referent*innen und Künstler*innen: Wolf Böwig (Kriegsfotograf und bildender Künstler), Ronya Othmann (Schriftstellerin), Darija Davidović (Theaterwissenschaftlerin, CPPD), Marko Dinić (Schriftsteller, CPPD)

Textproduktion: Critical Writing | Essayistische Perspektiven auf eine pluralistische Erinnerung | Köln Keupstraße

Ulf Aminde
15. November – 31. Dezember 2023, Köln

Im Rahmen des sich etablierenden Antirassistischen Lern – und Erinnerungsorts an der Keupstraße in Köln, der an die Nagelbombenanschläge des NSU erinnert, wurden über den CPPD Micro-Grant sechs Personen dazu eingeladen, Texte zu entwickeln, die als zukünftige digitale Formate in den Gedenkort integriert werden. Die Beiträge diversifizieren den zukünftigen Erinnerungsort und sollen als konkrete Umsetzung multiperspektivischer Erinnerung in den Stadtraum hineinwirken.

Textbeitragende Personen: Ibrahim Arslan (Bildungsreferent, CPPD), Max Czollek (Lyriker, Schriftsteller, Kurator der CPPD), Bassam Ghazi (Theaterregisseur, CPPD), Bengü Kocatürk-Schuster (Domid), Şeyda Kurt (Schriftstellerin), Deniz Utlu (Schriftsteller, CPPD).