Kurator*innenführung: »Nước Đc. Vietnamesisch-Deutsche Migrationsgeschichte(n)«

Altonaer Museum | 20. Juni 2026 | 16-17 Uhr, 1. Stock, Innenhof

Das Dynamic Memory Lab »Nước Đức. Vietnamesisch-Deutsche Migrationsgeschichte(n)« nimmt die vietnamesisch-deutsche Migrationsgeschichte in den Blick und geht der Frage nach, wie Geschichte erinnert und erzählt – oder auch verdrängt und verschwiegen wird. Im Fokus der Ausstellung stehen Erinnerungen und Erfahrungen der vietdeutschen Community, die sich über mehrere Jahrzehnte zwischen Flucht und Vertragsarbeit, zwischen Nord- und Südvietnam und Ost- und Westdeutschland, zwischen Gewaltgeschichte und Selbstermächtigung bewegen und überkreuzen.

Die beiden Kurator*innen Dan Thy Nguyen und Nina Reiprich führen durch die Ausstellung, erläutern historische Zusammenhänge und geben Einblicke in die Entstehung des Dynamic Memory Lab. Sie zeigen auf, wie unterschiedliche Erinnerungen und Erfahrungen miteinander verwoben sind und als gegenseitiger Bezugsraum gelesen werden können. Dabei laden sie dazu ein, Grenzen in Erinnerungsdiskursen zu hinterfragen, Leerstellen und Widersprüche sichtbar zu machen und die vietnamesisch-deutsche Migrationsgeschichte als Teil einer gemeinsamen, multiperspektivischen Geschichte zu verstehen. Im Anschluss beantworten sie Fragen und kommen mit den Besucher*innen ins Gespräch.

Die Ausstellung wurde nach Stationen in Rostock und Chemnitz am 11. März 2026 im Rahmen des CPPD-Festivals im Altonaer Museum eröffnet und ist noch bis zum 6. Juli 2026 zu sehen.

Das Dynamic Memory Lab ist das zentrale Ausstellungsformat der CPPD. Es versteht Erinnerungskultur als lebendigen und wandelbaren Prozess und reagiert auf die Dynamiken und spezifischen Bedarfe zeitgenössischer Erinnerungskulturen im 21. Jahrhundert.

Anmeldung hier:


 

Die Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD) steht für kuratorische Forschung, Erinnerungspraxis und partizipative Kulturarbeit mit internationalen Partner*innen. Die CPPD ist ein kollaboratives Netzwerk und eine produktive Plattform, das mit rund 100 Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen arbeitet, die auf unterschiedlichste Weise zu pluralen Erinnerungskulturen forschen und arbeiten. Ziel des Netzwerks ist die Entwicklung und Etablierung einer pluralen europäischen Erinnerungskultur.